Lehrwart Werner Gessner zum Thema "Auswahl und Behandlung von Bowlingbällen"

Bei uns taucht oft die Frage auf, wie soll ich denn meinen Bowlingball pflegen? Darauf gibt es eine klare Antwort – Reinigen!

Wie deine Schuhe, oder gehst du wochenlang mit ungeputzten Schuhen auf die Straße, noch dazu ob es regnet oder schneit?

Ja, Schnee gibt es auf den Bowlingbahnen wohl kaum, aber die Bälle laufen auf einer Art Flüssigkeit, nämlich Öl. Nachdem das Bahnenöl oft mehrere Würfe lang auf der Balloberfläche verbleibt ohne abgeputzt zu werden, braucht man sich nicht wundern, wenn nach einiger Zeit die Reaktion des Balls plötzlich anders ausfällt.

Ich meine: alles kein Problem!

Man muss der Sache nur etwas Aufmerksamkeit schenken und sich über die passenden Möglichkeiten besser informieren. Grundsätzlich werden heute die Schalenmixturen so geschaffen, dass die Bälle nicht mehr soviel Öl aufnehmen wie früher. Wenn man sich allerdings um seinen Ball nicht kümmert, sind Laufveränderungen die unausweichliche Folge.

Grundsatz: Der Laufring am Ball (Track/Ölfächer) sollte nach jedem Wurf mit einem trockenem Mikrofasertuch oder einem trockenem Shammy Pad - was wir auch aus dem Haushalt als Schwammtuch kennen – abgewischt werden (zu beobachten bei PBA Turnieren z.B. auf Youtube). Macht man dies nicht, braucht man sich nicht zu wundern, wenn der Ball mit der Zeit „Öl auf Öl“ läuft und schlechter oder kaum mehr reagiert.

Was besagt die neue DBU Regel (ab 29.02.2020) - bezogen auf Oberflächenänderung?

Bei DBU Wettbewerben darf keinerlei flüssiges Fremdmaterial auf die Balloberfläche aufgetragen werden. Deshalb ist es angebracht, vor dem Wettbewerb seine Bälle in einen sauberen und vorbereiteten Wettkampfzustand zu bringen. Die Balloberfläche darf man natürlich bis vor dem ersten Wertungswurf verändern – also auch schleifen.

Sollten Gummifremdstoffe aus dem Maschinenbereich auf der Balloberfläche verbleiben, muss man die Turnierleitung/Schiedsrichter dahingehend Informieren, bevor man eine Reinigung mit Ballcleaner vornimmt.

Welches Ballmaterial wird nun wie eingesetzt?

Grundsätzlich sollte man sein Ballsortiment frühzeitig, vor einem Wettbewerb in einen erforderlichen Gebrauchszustand bringen. Ich denke, dass ein fortgeschrittener Bowler mindestens 2-3 Bälle plus einen Räumball wie folgt in seinem Sortiment hat:

  • 1 Ball für Heavy Öl (matte Oberfläche)
  • 1 Ball für Medium Öl (Benchmark Ball)
  • 1 Ball für wenig bzw. Kurzölungen (polierte Oberfläche) und
  • 1 Räumball

Feinabstimmungen kann man – soweit gelernt - mit Technik, Taktik oder Tempovariation justieren.

Setzt man einen Ball für frische Heavy Konditionen ein, wird die Oberfläche eine bis zu 1500 Grit geschliffene Textur haben. Hier sollte man vorbereitend ein Flüssigprodukt das zugleich reinigt und mattiert einsetzen, um die ursprünglich gewohnte Oberfläche wieder herzustellen. Anmerken möchte ich, dass geschliffene und mattierte Oberflächentexturen bis zu 1500 Grit die Energie zur Gasse hin schneller verbrauchen. Aus diesem Grunde wird die Form des Hook im Finale weicher und runder sein.

Bei trockenen/kurzen Mustern kann man Bälle mit glatter Textur, (4000 – 5000 Grit) einsetzen. Diese Bälle bereitet man je nach Bedarf mit einem Kombiprodukt vor, welches reinigt und poliert. Dies bringt jedenfalls auch mehr Länge. Zu beachten ist allerdings, dass damit die Reaktion des Balls im Finish heftiger wird.

Für Medium Muster sollte man einen Benchmark Ball mit einer 2000 – 3000er Balloberfläche im Sortiment haben. Was ein Benchmark Ball ist, beschreibe ich auf www.bowlingpage.de Hier sollte man das Boxfinish möglichst beibehalten und lediglich einen Ballreiniger einsetzen. Da sich die Bahnenkonditionen nicht schlagartig verändern, empfehle ich zuerst kleine Anpassungen mit Abgabetechnik oder leichte Linienanpassung vorzunehmen.

Achtung: Die DBU Sportordnung sollte eigentlich jeder Bowler kennen. Darin wird unter der Rubrik „Bälle“ alles klar beschrieben.

Der besondere Tipp: Die Reinigung des Bowlingballs sollte möglichst sofort nach dem Wettkampf – also noch im Bowlingcenter – durchgeführt werden, damit es nicht vergessen wird.

Euer Werner Gessner
(Lehrwart BBU)

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